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Ralf Pochadt

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Ralf Pochadt

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February 20 2021

Folgen der Corona-Maßnahmen für die Ärmsten

Es ist ein weltweites Phänomen. Anscheinend ausgelöst durch ein Virus mit einer Größe im Nanobereich. Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit sind nahezu alle Menschen zur gleichen Zeit von einem Phänomen emotional berührt und persönlich betroffen – in sehr unterschiedlicher Weise.

COVID19 kann einen schweren und tödlichen Krankheitsverlauf haben. Gezielter Schutz ist wichtig. Aber: Es wurden internationale und nationale Maßnahmen mit weltweiten Auswirkungen ergriffen, bei denen die Wirkungen auf die Verwundbarsten und auf die Ärmsten im In- und Ausland keine Berücksichtigung fanden. Die dadurch ausgelöste humanitäre Katastrophe trifft die Ärmsten am härtesten.

Diese Katastrophe ist kein Zufall und auch kein Naturereignis, wie wir aus den global abgestimmten Drehbüchern der Plandemie wissen, die in den vergangenen Jahren die Stellschrauben und die zu erwartenden Kettenreaktionen sehr bewusst durchgespielt haben. (1)

Spätestens nach einem UN-Bericht, der am 15. April 2020 veröffentlicht wurde, waren die global katastrophalen Auswirkungen der politischen Corona-Maßnahmen bekannt, zum Beispiel auf Kinder in armen Ländern. In seiner Erklärung vor dem UN-Sicherheitsrat am 21. April 2020 sprach David Beasley, Exekutivdirektor des UN World Food Programme (WFP), von einer nie dagewesenen Hungerpandemie mit Millionen zusätzlichen Hungertoten. (2) (3) Hans Peter Vikoler vom WFP: 

„Wenn man die Folgen der Lockdowns im globalen Maßstab betrachtet, dann kann es einen nur ratlos machen, dass solche Maßnahmen überhaupt ergriffen wurden. Die wirtschaftlichen und sozialen Schäden, die durch die Bekämpfung des Virus verursacht wurden, übersteigen die gesundheitlichen Schäden durch das Virus um ein Vielfaches." (4)

150 Millionen Kinder waren bereits bis Mitte 2020 zusätzlich von Armut betroffen. 1,6 Milliarden Kindern wurde der Zugang zu ihrer Schule verwehrt. 370 Millionen Kinder erhalten dadurch zum Teil bis heute keine lebenswichtige Schulmahlzeit. Bis Dezember 2020 sind über 39 Milliarden Schulmahlzeiten ausgefallen. (5a) Carmen Burbano (WFP) stellte anlässlich der Veröffentlichung des Berichts "State of School Feeding Worldwide 2020" fest: 

"We are facing the biggest hunger and education crisis in history." (5b)

Bereits vor Corona starb alle paar Sekunden ein Kind an Hunger. Seit Beginn der politischen Lockdown-Maßnahmen sterben zusätzlich jeden Tag 6.000 bis 12.000 Kinder an Ursachen, die auf die politisch bedingten Unterbrechungen in der grundlegenden Gesundheits- und Nahrungsversorgung zurückzuführen sind. (5c) 

UNICEF befürchtet, dass allein 2 Millionen Kinder unter 5 Jahren in einem Zeitraum von 12 Monaten zusätzlich aufgrund der politischen Corona-Maßnahmen sterben. (6) (7)

Kinder gehören weltweit zu den größten Opfern der politischen Virus-Maßnahmen. Grundlegende Menschen- und Kinderrechte und Übereinkommen wie die UN-Kinderrechtskonvention wurden ausgehebelt. Michael Klundt, Professor für Kinderpolitik, kommt zu einem deutlichen Fazit: 

„Praktisch alle Entscheidungen und Maßnahmen der Politik seit März/April 2020 wurden somit völkerrechtsverstoßend und bundesgesetzwidrig ohne vorrangige Berücksichtigung des Kindeswohls vorgenommen.” (8)

Die Welthandels- und Entwicklungskonferenz (UNCTAD) hebt in ihrem Jahresbericht 2020 zu den ärmsten Ländern der Welt hervor, dass dort die angekündigte medizinische Krise durch die Corona-Pandemie ausgeblieben sei. Die globalen und nationalen politischen Maßnahmen hätten jedoch zum größten sozial-ökonomischen Schock seit Jahrzehnten geführt. (9) (9a)

Die Entscheidungen in Berlin, Brüssel, Genf und anderswo in der Welt der Reichen haben die größte humanitäre Katastrophe nach dem 2. Weltkrieg verursacht. Für einige Zeitzeugen ist die Lockdown-Politik ein Genozid an den Unterprivilegierten dieser Welt, ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Prof. Christian Kreiß: 

„Das kommt in den armen Ländern einem Serienmord an den Unterprivilegierten gleich. Gleichzeitig steigen die Vermögen der Reichen und Mächtigen in immer neue Höhen.“ (10) (10a)

Während sich die reichen Länder üppige Hilfsprogramme genehmigen, wächst im Globalen Süden die Armut. Das Finanzvolumen der Hilfsprogramme betrug bis März 2021 bereits 16 Billionen US-Dollar. (11) Ein Billionen-Programm für die Ärmsten ist nicht vorgesehen. Es könnte vielen Menschen dazu verhelfen, ihr Menschenrecht auf Zugang zu Nahrung, Wasser, sanitären Einrichtungen und Hygiene zu verwirklichen.

Mehr als 2 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu sauberem, verfügbarem Trinkwasser. Mehr als 4 Milliarden Menschen können keine sicheren Sanitäranlagen nutzen. Mehr als zwei Milliarden Menschen leiden an Ernährungsunsicherheit und sind gezwungen, regelmäßig Mahlzeiten auszulassen. (12) Hunger und Mangelernährung schwächen das Immunsystem und machen anfälliger für Krankheiten, die oft unbehandelt bleiben, denn: Die Hälfte der Weltbevölkerung hat nicht einmal Zugang zu medizinischer Grundversorgung.

Die politischen Corona-Maßnahmen haben katastrophale Folgen, insbesondere für die Verwundbarsten und die Ärmsten dieser Welt. Das ist den Verantwortlichen spätestens seit April 2020 bekannt. Dennoch wurde die Lockdown-Politik fortgesetzt, auch als eine internationale Metastudie des Teams um Prof. Ioannidis (Stanford University) zu dem Ergebnis kam, dass Lockdowns zu einem Anstieg der Todesfälle geführt haben und hinsichtlich der Virenausbreitung unwirksam waren. (13) (14) Um Gesundheit geht es also sicher nicht.

„Wir kommen aus einer Zeit der totalen Ausbeutung von Mensch, Natur und jedem Lebewesen auf diesem Planeten. … Keiner weiß, wo die Reise hingeht. Und doch spürt jeder, dass die alte Zeit eine grausame Epoche war, die wir alle mitgetragen haben. Das Neue hat noch keinen Raum. Und jeder stellt sich die ängstliche Frage, was passiert hier gerade … Der Schockzustand wird die Menschen langsam aber stetig wachrütteln. Ein Prozess mit starken Verwerfungen. Ein Prozess von unglaublichem Leid und offenen Fragen. … Eine Epoche findet in diesem Moment ihr spektakuläres Ende. … Dieser Moment entscheidet über die Menschheit, nicht mehr und nicht weniger.“ (Kai Stuht in der Dokumentation EMPTY im März 2021)

(1) Paul Schreyer: Pandemie-Planspiele – Vorbereitung einer neuen Ära? 24.12.2020

(2) United Nations: The Impact of COVID-19 on children, 15.04.2020

https://unsdg.un.org/sites/default/files/2020-04/160420_Covid_Children_Policy_Brief.pdf

(3) David Beasley (WFP): Erklärung vor dem UN-Sicherheitsrat, 21.04.2020

https://de.wfp.org/pressemitteilungen/wfp-chef-warnt-vor-hungerpandemie-wegen-covid-19-vor-un-sicherheitsrat

(4) Hans Peter Vikoler (WFP): "Hunger ist gewollt", Oktober 2020

https://www.heise.de/tp/features/Hunger-ist-gewollt-4930450.html

(5a) WFP: Missing More Than a Classroom. The impact of school closures on children’s nutrition, January 2021

https://www.unicef-irc.org/publications/pdf/COVID-19_Missing_More_Than_a_Classroom_The_impact_of_school_closures_on_childrens_nutrition.pdf

(5b) WFP: The great setback: How coronavirus sent schoolchildren home hungry; State of School Feeding Worldwide 2020, February 2021

https://www.wfp.org/stories/great-setback-how-coronavirus-sent-schoolchildren-home-hungry

(5c) OXFAM: The Inequality Virus, January 2021

https://oxfamilibrary.openrepository.com/bitstream/handle/10546/621149/bp-the-inequality-virus-250121-en.pdf

(6) UNICEF: Averting a lost COVID generation, November 2020

https://www.unicef.org/media/86881/file/Averting-a-lost-covid-generation-world-childrens-day-data-and-advocacy-brief-2020.pdf

(7) OCHA: Hunger is Rising, COVID-19 Will Make it Worse; in: Global Humanitarian Overview 2021, December, 2020

https://gho.unocha.org/global-trends/hunger-rising-covid-19-will-make-it-worse

(8) Michael Klundt: Corona Maßnahmen waren völkerrechts- und gesetzwidrige Kindeswohlgefährdung, September 2020

https://odysee.com/@Smuddel:0/prof-michael-klundt-corona-ma-nahmen:e

(9) UNCTAD: THE LEAST DEVELOPED COUNTRIES REPORT 2020

https://unctad.org/system/files/official-document/ldcr2020overview_en.pdf

(9a) Vgl. auch die Studien und Berichte auf 

Collateral Global: Analysing the global impact of COVID-19 restrictions

https://collateralglobal.org/studies/

(10) Christian Kreiß: Genozid unter dem Deckmantel der Krankheitsbekämpfung oder Nietzsche und die Lockdowns, 04.02.2021 

https://menschengerechtewirtschaft.de/wp-content/uploads/2021/02/Genozid-an-den-Unterprivilegierten.pdf

(10a) Christian Kreiß: Nach der Jahrhundertrezession: Wie geht es weiter? 18.04.2021


(11) IWF Fiscal Monitor: Policies for the Recovery, April 2021

https://www.imf.org/en/Publications/FM/Issues/2021/03/29/fiscal-monitor-april-2021

(12) FAO: FOOD SECURITY AND NUTRITION AROUND THE WORLD IN 2020

http://www.fao.org/3/ca9692en/online/ca9692en.html

(13) Eran Bendavid, Christopher Oh, Jay Bhattacharya, John P. A. Ioannidis: Assessing mandatory stay‐at‐home and business closure effects on the spread of COVID‐19, January 2021

https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/eci.13484

(14) Boris Reitschuster: Stanford-Studie: Kein Nutzen durch Lockdowns, aber Risiken, 12.01.2021

https://reitschuster.de/post/stanford-studie-kein-nutzen-durch-lockdowns-aber-risiken/

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Joachim Schäfer liked this
Jepp, alles richtig. Leider.
Tara Films
Tara Films
August 01 2021 Permalink

Wir haben einen Kurzfilm zum Thema Armut in Deutschland produziert:


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